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INFRASTRUKTURIMPULSE FÜR INDUSTRIEKULTURSTANDORTE IM LAUSITZER SEENLAND (INKULA)


Mit dem Projekt INKULA sollte die Infrastruktur an Standorten der Lausitzer Industriekultur verbessert werden. In Zusammenarbeit mit sechs Städten und Gemeinden im Lausitzer Seenland eruierte das IBA-Studierhaus Großräschen die Potenziale der Industriekultur an den jeweiligen Projektstandorten, suchte nach deren weiteren Entwicklungsmöglichkeiten und erarbeitete darauf basierend maßgeschneiderte Konzepte für die jeweilige infrastrukturelle Entwicklung.

Das Projektteam INKULA hat zur Abschlusskonferenz am 24. Juni 2019 den
Bürgermeistern und Amtsdirektoren offiziell die Konzeptionen zur Fortführung der
Industriekulturstandorte übergeben. Dabei bleibt es nicht bei den Ideen: Einige
Konzepte befinden sich bereits in der Umsetzung für andere laufen die Fördermittelanträge.

Unter dem Projektnamen INKULA arbeitete von Juni 2016 bis Juni 2019 ein Team
daran über infrastrukturelle Maßnahmen Industriekulturstandorte des Lausitzer
Seenlandes aufzuwerten.

Wie wichtig ist Industriekultur heute noch für die Identität der Lausitz? Wie können
die Standorte der Industriekultur im Lausitzer Seenland weiterentwickelt werden?
Welche Rolle spielen sie im anstehenden Strukturwandel?

Diesen Fragen ging das IBA-Studierhaus Großräschen in Kooperation mit der
Wirtschaftsregion Lausitz und in Zusammenarbeit mit sechs Städten und
Gemeinden über drei Jahre nach. Es wurden die Potenziale der Industriekultur im
Lausitzer Seenland analysiert, nach deren weiteren Entwicklungsmöglichkeiten
gesucht und darauf basierend maßgeschneiderte Konzepte für die jeweilige
infrastrukturelle Nutzung und -Fortführung erarbeitet.

Im Rahmen des vom brandenburgischen Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung und derWirtschaftsregion Lausitz maßgeblich finanziell
unterstützten Projektes INKULA, konnten sechs Industriekulturstandorte mit deren
Umfeld und kommunaler Einbindung genauer betrachtet werden.

Nach einer intensiven Evaluierung hat das IBA-Studierhaus konkrete Vorschläge zur
Belebung sowie einer dauerhaften Nutzung erarbeitet. Dabei wurden innovative
Methoden von der Stilllegung, dem Weiter-So bis zur intensiveren Weiterentwicklung
auch ökonomisch in verschiedenen Zukunftsszenarien durchgespielt. Im Rahmen
von ergebnisoffenen Betrachtungen zeichneten sich besonders drei Standorte ab,
bei denen eine praktische Umsetzung erfolgversprechend ist. Hier werden
Investitionen empfohlen, die eine künftig intensivere Nutzung und wirtschaftliche
Betreibung von Einrichtungen ermöglichen. Neben kulturellen bzw. touristischen
Ansätzen wurde auch über Ansiedlung von neuem und thematisch passenden sowie
den Ort qualifizierenden Gewerbe intensiv nachgedacht.

Dies betrifft das Besucherbergwerk F60 in Lichterfeld-Schacksdorf, welches weit
über die Region hinaus Strahlkraft als Identifikation der Lausitz darstellt und pro
Jahr bis zu 70.000 Besucher anzieht. Außerdem die IBA-Terrassen in Großräschen, die als innovative Werkstatt für neue Landschaften identifiziert wurde. An diesem Ort soll zukünftig ein „Co-Working-Space“ entstehen von dem Impulse im Strukturwandel der Lausitz ausgehen.

Auch für die Brikettfabrik LOUISE in Domsdorf mit knapp 10.000 Besuchern pro Jahr wurde ein Entwicklungskonzept erarbeitet. Der Standort hat Potenzial, sich mit den Schwerpunktfeldern ENERGIEHof (Landschaftspflege und -verwertung) und ENERGIE-Bildung (verschiedene Bildungsformate) zu einem Transformationszentrum für neue Energien zu entwickeln. So wird das ENERGIE-Denkmal über den rein touristischen Zweck hinaus zu einem neuen Gewerbestandort, an dem der Weg von der Braun- zur Biokohle umgesetzt, präsentiert und gelernt wird.

Demgegenüber wurde im INKULA-Prozess für drei weitere Standorte eine extensive
Strategie vorgeschlagen. Es sind einerseits wertvolle Denkmale, deren
Existenzberechtigung und Erhalt außer Frage steht. Andererseits ist offensichtlich,
dass die Informationsvermittlung vor Ort kaum zukunftsfähig und die
Erlebnisintensität verbesserungswürdig sind. Für die Gartenstadt Marga sowie die Biotürme in Lauchhammer sind kurz- bis mittelfristig selbsterklärende Besucherleitsysteme angedacht, welche gleichzeitig den Informations- und Erlebnisgehalt vor Ort steigern. Dafür wurden Konzepte für selbsterklärende Erlebnisrundgänge erarbeitet, welche schnellstmöglich zu einer Umsetzung gebracht werden sollen. Mit Informations-Fernrohren und Audiostationen können wichtige Informationen vermittelt werden, die das Gelände sowie die Historie spielerisch und modern erklären.

Für das Kraftwerk Plessa, wo mit viel ehrenamtlichem Engagement des
Fördervereins Führungen angeboten werden, ist ein Multimediaguide zur
Unterstützung der Gästeführer für eine zukünftig flexible und moderne
Standortentdeckung realisiert.

„Mit Hilfe dieser Projektmaßnahme wurde das Ziel erreicht, die spezifischen
infrastrukturellen Rahmenbedingungen eines jeden Standortes zu identifizieren,
Synergieeffekte zwischen den Standorten aufzudecken und somit zur Verbesserung
der Gesamtqualität der Erlebnisfähigkeit der Industriekultur in der Lausitz
beizutragen“,
sagt Norman Müller von der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH.

Insgesamt zeigte sich, dass durch die ehemalige Internationale Bauausstellung (IBA)
Fürst-Pückler-Land im Jahre 2000 - 2010 ein identitätsstiftender Zusammenhang
an Orten der Industriekultur entstanden ist. Durch die ENERGIE-Route Lausitzer
Industriekultur sind die Orte gut vernetzt und geben Einblick in die industrielle
Vergangenheit. Diese Verbundenheit spiegelt sich mit dem INKULA-Projekt wieder.
Der gut aufgearbeitete IBA-Wissensspeicher hält zudem viel interessantes
Quellenmaterial für weitere Projekte, Fachtagungen sowie themenspezifische
Weiterbildungen bereit.

Die Lausitzer Industriekultur zeigt die große Bandbreite und Palette des ehemaligen
Braunkohlereviers – von der Gewinnung der Braunkohle (F60) über die Veredlung
zu Koks (Biotürme), zu Elektrizität (Kraftwerk Plessa) bzw. zu Briketts (Brikettfabrik
LOUISE), bis hin zu den Wohnstandorten der Bergleute (Gartenstadt Marga) und den
Landschaften nach dem Tagebau (IBA-Terrassen).

An dem Projekt beteiligten sich das Amt Kleine Elster mit dem Besucherbergwerk F60 am Bergheider See, die Stadt Großräschen mit den IBA-Terrassen, die Stadt Uebigau-Wahrenbrück mit dem Technischen Denkmal Brikettfabrik LOUISE in Domsdorf, das Amt Plessa mit dem Kraftwerk und dem Kulturhaus, die Stadt Lauchhammer mit den Biotürmen und die Stadt Senftenberg mit dem Industriepark und der Gartenstadt Marga.

Das Projekt lief von Juni 2016 bis Juni 2019.

Pressemitteilung Abschluss INKULA Projekt vom 24.06.2019 (287.8 KB)


letzte Änderungen: 21.8.2019 23:37

Kontakt

IBA-Studierhaus Lausitzer Seenland e.V.
Karsten Feucht
Seestraße 84-86
01983 Großräschen
feucht(at)iba-see.de
www.facebook.com/Studierhaus